| Leistungssteigerung durch Schlingentraining (Stabiler Kern) |
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medicalsportsnetwork, Oktober 2010 Leistungssteigerung durch Schlingentraining Stabiler Kern von Andreas Heißel Die Besonderheit des Schlingentrainings: Jeder kann in seiner Leistungsstärke trainieren. Neben den positiven Effekten für die Rehabilitation z.B. von Rückenschmerzen profitieren alle davon – bis hin zum Leistungssportler. Mit erstaunlichen Effekten: Nicht nur die Kraftwerte verbessern sich, insbesondere die Ansteuerung der Muskeln durch das zentrale Nervensystem wird positiv beeinflusst. Für Fußballer bedeutet diese bessere Ansteuerung des Rumpfes z.B. eine höhere Schussgeschwindigkeit.
Gerade körperliche Herausforderungen, mit denen eine ganze Muskelkette angesprochen wird, finden wir im Alltag und in vielen sportlichen Bewegungs abläufen wieder. Bei allen funktionsgerechten Wurf-, Schlag- und Schussbewegungen sind ein stabiler Rumpf sowie eine Vor-Aktivierung der queren Bauchmuskulatur Voraussetzungen. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass ein Krafttraining oft ausschließlich das isolierte Trainieren eines einzelnen Muskels vorsieht. Darin liegt der Unterschied zum Schlingentraining. Neben der Kraft, die zweifelsohne auch beim Training an den Schlingen verbessert wird, wird in der Muskelkette trainiert und durch die Instabilität der Seile das Zusammenspiel von Zentralnervensystem, Muskeln und Gelenken optimiert. Das Training findet vorwiegend in der geschlossenen kinetischen Kette statt. Schwachstellen in der Muskelkette sind dabei sofort sichtbar: Schonhaltungen und falsche Bewegungsmuster werden aufgedeckt und es findet eine Neuaktivierung der Sensomotorik und der lokalen Stabilisatoren, d.h. der tiefenstabilisierenden Muskulatur statt. Insbesondere im Leistungssport münden Fehl- und Schonhaltungen schnell in Verletzungen und Leistungsabfall. Durch neu- und reaktivierte optimale Bewegungsmuster kann das verhindert werden. Aber auch Athleten, die beschwerdefrei sind, profitieren vom besonderen sensomotorischen Krafttraining. Eine Studie mit Junioren-Golfern (Handicap 6–13) untersuchte die maximale Schlägerkopfgeschwindigkeit nach einem Krafttraining. Die Versuchsgruppe führte ein spezielles Rumpfstabilitätstraining an Schlingen durch, die Kontrollgruppe ein herkömmliches Krafttraining. Beide Gruppen absolvierten das Training über neun Wochen mit 10 Einheiten. Beide Gruppen verbesserten ihre Abschlaggeschwindigkeit. Signifikant besser war jedoch die Versuchsgruppe (+3,8 % VG vs. +1,2 KG), die an den Schlingen trainiert hatte. Das entspricht einem 10–15 m weiteren Abschlag. Die Studie mit jugendlichen Handballerinnen brachte ähnliche Ergebnisse. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe, die ihr normales Training weitermachte, absolvierte die Interventionsgruppe ein spezifisches Rumpfstabilisationstraining an Schlingen in der geschlossenen kinetischen Kette zweimal pro Woche über sieben Wochen. Die Wurfgeschwindigkeit vom 7-Meter-Punkt verbesserte sich in der Schlingentrainingsgruppe um 4,9 %. In der Kontrollgruppe blieb sie unverändert. Die Vermutung liegt also nahe, dass ein starker und stabiler Rumpf eine wichtige Voraussetzung ist, um hohe Rotationsgeschwindigkeiten bei multisegmentalen Bewegungen zu erbringen. Weitere Studien werden ein noch tieferes Verständnis der Funktionsweise von Bewegungsabläufen erschließen. Literatur beim Autor
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